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Wie kann ein von-Willebrand-Syndrom behandelt werden?


Die Behandlung des von-Willebrand-Syndroms muss dem Schweregrad, dem Blutungsrisiko und dem Syndrom-Typ angemessen sein. Patienten mit Typ 1 der Erkrankung benötigen nur selten eine Dauerbehandlung. Eine Vorbeugung oder Behandlung kann z.B. vor Operationen oder nach Unfällen, aber auch bei sich wiederholenden starken Regelblutungen notwendig sein.

Was kann ich im konkreten Blutungsfall tun?

Im Blutungsfall wird versucht, die körpereigene Freisetzung des von-Willebrand-Faktors zu erhöhen – mit einem sogenannten Hormonanalogon (DDAVP). Vor Gabe von DDAVP ist ein Test zu empfehlen, der überprüft, ob das Präparat auch individuell wirkt. Ist die Verabreichung von DDVAP nicht möglich oder wirkt es nicht ausreichend, dann verabreicht der Arzt ein Konzentrat, das den von-Willebrand-Faktor in ausreichender Menge und Qualität enthält per Infusion. Fehlt der Faktor im Blut völlig (Typ 3) oder ist er fehlerhaft (verschiedene Varianten des Typ 2), wird ebenfalls ein Faktorkonzentrat eingesetzt. Aber keine Angst: Inzwischen kann man sich sogar zu Hause selbst dieses Konzentrat verabreichen. Um den Einsatz von faktorhaltigem Konzentrat zu verringern, hat sich die zusätzliche Gabe von Tranexamsäure bewährt. Tranexamsäure gibt es auch als Mundspüllösung, um gezielt Blutungen im Mundraum zu vermindern.

Bei Frauen, die an einem von-Willebrand-Syndrom leiden, kann die Verabreichung der Anti-Baby-Pille oder das Einsetzen einer Hormonspirale eine Abschwächung der Monatsblutung bewirken.

…und bei Zahnarztbehandlungen ?

Bei Eingriffen im Mundraum (z. B. bei Wurzel-, Zahnfleischbehandlungen oder Zahnsteinentfernung) und beim Spritzen eines lokalen Betäubungsmittels ist Vorsicht geboten. Ziehen Sie vorher einen Arzt zu Rate, der auf Gerinnungsstörungen spezialisiert ist. Bitten Sie den Spezialisten aus dem Behandlungszentrum zusammen mit dem behandelnden Zahnarzt einen Therapieplan mit den notwendigen, gerinnungsfördernden Medikamenten zu erstellen.

…und vor Operationen?

Operative Eingriffe können auch bei von-Willebrand-Patienten mit einer gewissen Vorbehandlung problemlos durchgeführt werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Krankheit kennen! Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt und zeigen Sie ihm den Notfallausweis. Denken Sie rechtzeitig daran, ein Gespräch zwischen Ihrem Gerinnungsexperten und dem behandelnden Arzt im Vorfeld zu veranlassen.

Ziehen Sie auf jeden Fall einen Aufenthalt im Krankenhaus einer ambulanten Operation vor. Dies gewährleistet eine bessere ärztliche Kontrolle und ein rasches Eingreifen z.B. bei Nachblutungen.

 

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