Familie mit rotem Ball - Nasenbluten und blaue Flecken sind häufig ein Zeichen für das von-Willebrand-Syndrom

1. Was versteht man unter dem
    von-Willebrand-Syndrom?


Das von-Willebrand-Syndrom ist eine angeborene Gerinnungsstörung des Blutes. Verursacht wird die Erkrankung durch eine zu geringe oder fehlerhafte Bildung oder das vollständige Fehlen des so genannten von-Willebrand Faktors – ein für die Blutstillung wichtiges Protein. Die Erkrankung wird in drei Typenklassen eingeteilt.

2. Was sind typische Anzeichen für ein
    von-Willebrand-Syndrom?

Typische Anzeichen für ein von-Willebrand-Syndrom sind eine Neigung zu blauen Flecken, häufiges Nasenbluten, besonders starke oder lange Regelblutungen, Nachbluten nach Zahnbehandlungen, Operationen oder einer Entbindung sowie Zahnfleisch- und andere Schleimhautblutungen.

3. Wie und wo kann die Erkrankung diagnostiziert werden?

Wichtiger Bestandteil einer ersten Diagnostik ist die so genannte Eigen- und Familienanamnese, d.h. ein Gespräch mit dem Arzt über die Vorgeschichte der eigenen Blutungsereignisse und die der Familienmitglieder. Erhärtet sich der Verdacht auf ein von-Willenbrand-Syndrom sollte man sich unbedingt vom Arzt zu einem auf die Erkrankung spezialisierten Zentrum überweisen lassen. Mittels verschiedener Laboruntersuchungen wird dann festgestellt, ob tatsächlich ein von-Willebrand-Syndrom vorliegt.

4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach der Klassifikation der Erkrankung. Ist der von-Willebrand-Faktor im Blut vermindert kann man versuchen, mittels eines Hormonanalgon (DDVAP) den körpereigenen Faktor freizusetzen. Dann produziert der Körper selber, was er braucht. Gelingt dies nicht oder nur unzureichend, kann dem Körper im Blutungsfall ein von-Willebrand-faktorhaltiges Plasma-Konzentrat über eine Infusion zugeführt werden. Ist kein eigener von-Willebrand Faktor im Blut enthalten, können auch keine körpereigenen Reserven freigesetzt werden und es kommt ein Faktorkonzentrat zur Behandlung in Betracht.

Bewährt hat sich außerdem der Einsatz von Tranexamsäure und bei Frauen eine Hormongabe, z. B. mit der Anti-Baby-Pille oder dem Einsetzen einer Hormonspirale.

5. Welche Medikamente darf ich beim von-Willebrand-Syndrom einnehmen und welche nicht?

Beim von-Willebrand-Syndrom gibt es ein paar Einschränkungen, was die Einnahme von Medikamenten angeht. Die meisten Schmerz-, Erkältungs- oder Grippemedikamente können problemlos eingenommen werden, weil sie die Blutgerinnung nicht beeinflussen. Vorsicht ist dagegen bei Medikamenten geboten, die eine direkte Wirkung auf die Blutgerinnung haben, wie es bei allen acetylsalicylsäurehaltigen Medikamenten der Fall ist. Einen Überblick über erlaubte und nicht erlaubte Medikamente beim von-Willebrand-Syndrom finden Sie hier.

 

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